Traber, Ringer, Klein, Hering oder Burkard: Top-Leistungen am Fließband in Tübingen

Gregor Traber (LAV Stadtwerke Tuebingen);  Foto: BEAUTIFUL SPORTS/Raphael Schmitt

Ewald Walker

Rund 2.000 Zuschauer feierten bei Musik, Show und tollen Leistungen beim Tübinger Soundtrack-Meeting ein richtiges Leichtathletik-Fest. Ideale Bedingungen und hochmotivierte Athleten sorgten am Samstag für eine Flut von Bestleistungen, sechs neue EM-Normen sowie mehrere deutsche Jahresbestleistungen. Ein Meeting fast wie ein Sommernachtstraum am Neckar.

„Wir haben ein sehr schönes Meeting erlebt, das Anlass für mehr gibt“, zog Tom Schleich, ehemaliger Triathlon-Profi und Meeting-Chef, ein überaus positives Fazit, „wir wollen diese Meeting weiterentwickeln.“

Lokalmatador Gregor Traber (LAV Stadtwerke Tübingen) glänzte als Sieger über 110 Meter Hürden in 13,35 Sekunden, er verbesserte damit seine eigene deutsche Jahresbestleistung um drei Hundertstel und liegt zurzeit in Europa auf Rang vier. Es war zugleich die drittbeste Zeit seiner Karriere. „Das war eine starke Leistung und ein toller Empfang bei meinem ersten Rennen in Tübingen“, strahlte der 25-Jährige. „Geiles Meeting, ich komme wieder.“

Persönliche Bestleistung, deutsche Jahresbestleitung und die EM-Norm – auch Nadine Gonska (MTG Mannheim) lieferte über 400 Meter in 52,06 Sekunden ein starkes Rennen ab. „Jetzt zeigt sich, dass die Umstellung von der kurzen Sprintstrecke auf die Stadionrunde die richtige Entscheidung war“, meinte sie im Ziel zufrieden. In 52,55 Sekunden feierte Laura Müller (LC Rehlingen) dahinter einen gelungenen Saison-Einstieg auf ihrer Paradestrecke.

Christina Hering mit EM-Norm „bereit für Nürnberg“

Auch Christina Hering (LG Stadtwerke München) festigte in neuer Saison-Bestzeit über 800 Meter in 2:00,48 Minuten ihren Platz an der deutschen Spitze und hakte damit auch den Richtwert für die EM ab. Mit einer starken Zielgerade rannte sie noch zum Sieg und war total erleichtert über ihre Normerfüllung. „Ich bin bereit für meinen achten Titel“, blickte sie auf die Deutschen Meisterschaften in Nürnberg (21./22. Juli) voraus.

Über 1.500 Meter setzte die WM-Neunte Hanna Klein (SG Schorndorf 1846), den Reigen der EM-Normen als Dritte in 4:06,41 Minuten fort. Sie hat nun sowohl über 5.000 als auch über 1.500 Meter die Norm in der Tasche. Diana Sujew (LG Eintracht Frankfurt) lief als Sechste 4:07,21 Minuten, auch Caterina Granz (LG Nord Berlin; 4:08,12 min) meldete EM-Ambitionen an. Neun Hundertstel fehlten dagegen den Frankfurter Homiyu Tesfaye (3:38,09 min), um auf dieser Strecke den Richtwert für Berlin abzuhaken.

Der hochkarätig besetzte Hochsprung der Frauen wurde zu einem Vierkampf. Marie-Laurence Jungfleisch (VfB Stuttgart) landete mit 1,90 Meter auf Rang drei. Höhengleich mit 1,92 Meter ganz vorn: Erika Kinsey (Schweden) und Vize-Weltmeisterin Yulia Levchenko (Ukraine). „Ich bin nicht ganz zufrieden, aber ich spüre, dass es jetzt immer besser wird“, kommentierte Jungfleisch ihren Wettkampf vor großem Publikum, das sich im Innenraum auf einer Plattform eingefunden hatte. Imke Onnen (Hannover 96), die deutsche Jahresbeste mit 1,93 Meter, musst es ich mit 1,80 Meter begnügen.

Elena Burkard auch über 5.000 Meter auf einem neuen Niveau

Über 5.000 Meter begeisterte 10.000 Meter-Europacupsieger Richard Ringer (VfB LC Friedrichshafen) das Publikum. Mit einem tollen Schlussspurt rang er Afrikameister Mekonnen Gebremedhin (Äthiopien) nieder und lief in 13:22,48 Minuten eine neue deutsche Jahresbestzeit. Dahinter unterbot auch Marcel Fehr (SG Schorndorf 1846; 13:37,28 min) die Norm für Berlin und darf sich dort auf einen gemeinsamen Start mit Freundin Hanna Klein freuen.

Für die größte Sensation sorgte Elena Burkard (LG farbtex Nordschwarzwald). Nachdem sie über 3.000 Meter Hindernis bereits die EM-Norm in der Tasche hat, steigerte sie über 5.000 Meter ihre Bestleistung um schier unglaubliche 55 Sekunden auf 15:12,17 Minuten. „Es ist mir hier alles wie im Traum vorgekommen“, war die Schwarzwälderin ob der permanenten Anfeuerungsrufe an der Bande völlig außer sich. Sie will dennoch auf der Hindernisstrecke weiterlaufen. „Ich denke, da ist die Chance für den Endlauf in Berlin größer als über 5.000 Meter.“