Kommentar: SoundTRACK war erst der Anfang

Die letzten Wochen vor dem SoundTRACK waren nerven- und zeitaufreibend. Trotzdem hat es sich gelohnt. Ein Kommentar von Mitorganisator Alexander Mühlbach, der zeigt, wie knapp doch alles war.

Wahnsinn was am Sontag im SV03 Stadion abging. Über 250 Athleten tummelten sich auf der blauen Rundbahn. Zuerst die Kinder, dann die Aktiven. Wer hätte das vor ein paar Monaten noch gedacht, dass so viele Athleten sich noch in diesem Jahr zu einem Sportfest in Tübingen zusammenfinden?

Ehrlich gesagt keiner.

Als das vierköpfige Organisationsteam im Februar zusammenkam, war es alleine schon schwierig einen Termin für die Veranstaltung zu finden. Viele andere Leichtathletikveranstaltungen standen schon seit Monaten fest, der Wettkampfplan war schon dicht genug. Man fühlte sich so, als würde man sehr spät zu einer schon überfüllten Party kommen.

Und wie das eben so ist, wenn man zu spät zu einer Party kommt, hat man in kurzer Zeit einiges nachzuholen. Uns blieben gerade einmal anderthalb Monate um ein Athletenfeld und Helfer zusammenzubekommen, Sponsoren und Plakate zu organisieren und Werbung zu machen. Keiner wusste, wie das enden würde. Eigentlich waren wir zu wenige Leute. Eigentlich hatten wir nicht genug Zeit. Eigentlich war es verrückt das zu tun.

Wir haben es trotzdem getan.

Wir wollten Tübingen wieder zu dem machen, was es schon immer war: eine Leichtathletikstadt. Noch heute schwärmen uns manche älteren Athleten vor, wie groß damals, vor zehn Jahren, die Bahneröffnungen doch waren. Nur weiß jeder, dass jede Geschichte, die mit „damals“ beginnt nichts Gutes für die Gegenwart bedeutet. Vielleicht haben wir als Verein etwas geschwächelt in den vergangenen Jahren.

Dabei sind wir mit 520 Mitgliedern einer der größten Leichtathletikvereine der Region, haben zwei Stadien und unendlich viele Kilometer an Laufstrecken zu Verfügung. Damit stehen wir auch in der Verantwortung die Entwicklung der Leichtathletik in der Region voranzutreiben.

Dafür braucht es Nachwuchs. Und Vorbilder. Am Sonntag hatten wir den Nachwuchs am frühen Nachmittag da, die Vorbilder kamen am Abend. Wir wollten, dass die Kleinen zu den Großen aufschauen. Sie sollten sehen, wie ein David Nopper über 2,18 Meter springt. Sie sollten sehen wie ein Robert Baumann aus der eigenen LAV Jugend nur 1:58 Minuten braucht, um zweimal das Stadion zu umrunden. Wir wollten den Athleten eine Möglichkeit geben, sich zu Hause zu präsentieren. Vor Freunden und Familie.

Alleine deswegen haben wir uns in den letzten anderthalb Monaten zu viert, und sogar zeitweilig nur zu dritt, in die Organisation gestürzt. Das war anstrengend, ermüdend, nerven- und zeitaufreibend. Mehr aus Scherz erzählte ich immer wieder die Anekdote,  dass ich keine Ahnung habe, was in den vergangen Wochen in meinem Studium passiert ist. Am Montag stellte sich heraus, dass das doch kein Scherz war. Es vergeht wohl keine Party ohne richtigen Kater.

Trotzdem ist es Wahnsinn was wir als Verein in kurzer Zeit auf die Beine gestellt haben. Sicher, es war nicht alles perfekt beim SoundTRACK. Mal war die Musik zu leise, dann wieder zu laut. Die Siegerehrungen hätten schneller stattfinden müssen, ebenso wie der Start des 3000 Meter Laufs. Aber es war gut wieder so viele Athleten an einem Ort in Tübingen zu sehen. Es war gut, wieder jung und alt nebeneinander laufen zu sehen. Es war gut zu sehen, was im Verein alles möglich ist. Es war gut das SoundTRACK durchzuführen.

Es wird nicht das letzte Mal gewesen sein. Versprochen.

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